Tag 11

3 Wochen geschafft, 5 Tage mit Freigang und 16 Tage „eingesperrt“, unterm Strich sind die 3 Wochen eigentlich schnell vergangen.

Heute war ein nich so guter Tag. Ich bekam in der Nacht leichtes Fieber welches dann am Vormittag anstieg. Frühstück konnte ich ohne Probleme essen. Beim Mittagessen versuchte ich zumindest die Suppe zu essen, aber mein Magen konnte mit der Suppe nichts anfangen und somit musste ich mich zum ersten Mal übergeben. Leider war da nicht nur die Suppe dabei sondern auch der Proteindrink vom Vormittag, schade. Das Fieber hielt sich über den ganzen Tag und mir ging es mal besser und mal schlechter. Die Schwestern meinten, das könnte schon mit Zellaktivität zu tun haben, trotzdem wurden auch Blutkulturen angelegt, um Infektionen auszuschließen. Am Abend stieg das Fieber wieder und ich bekam fiebersenkende Infusionen.

Tag 10

Ich halte mich kurz, da es keine wesentlichen Neuigkeiten gibt. Mir geht es soweit gut, Laborwerte OK. Warte weiterhin auf Zellproduktion.

Tag 9 – the force awakens

Hatte heute wieder Visite vom Chef Prof. Rabitsch. Dieser meinte, dass es schon erste Anzeichen für Zellproduktion geben würde und ich vielleicht am Wochenende schon 100-200 Leukozyten haben könnte. Da ich anscheinend überdurchschnittlich viele Stammzellen von meinem Spender bekommen habe, muss überwacht werden, dass die Produktion nicht zu schnell ansteigt. D.h. wenn es zu schnell gehen sollte, wird mit Kortison gebremst.

Also für mich sehr gute Neuigkeiten, da sich die Zellen nicht wirklich viel Zeit gelassen haben und es vorwärts geht. Jetzt muss ich verstärkt auf meinen Körper achten, ob es irgendwelche Reaktionen auf die Zellproduktion gibt.

Tag 8

Heute war wieder ein guter Tag. Nachdem ich gestern 2 Packungen Erythrozyten bekommen hatte, ging es mir heute deutlich besser. Fast wieder „topfit“ 🙂 Somit bekam ich von meiner Physiotherapeutin gleich zusätzliche Übungen die es in sich hatten. Auch keine Spur von Kopfschmerzen zu Beginn des Tages. Zu Mittag gabs dann noch ein Wiener Schnitzel. Da konnte ich einfach nicht nein sagen. Ist zwar nicht meine Art aber mit Ketchup konnte ich einen Teil bewältigen. Gegen späteren Nachmittag kamen sie dann wieder, meine Kopfschmerzen und wurden langsam stärker, also noch schnell ein Schmerzmittel beantragt und es war wieder gut.

Zu Mittag hatte ich Visite vom Chef persönlich, Prof. Rabitsch. Er hat auch gemeint, die Zellen könnten schon am Wochenende oder Anfang nächster Woche kommen, und ich solle vermehrt auf meinen Körper achten ob mir irgendwas auffällt. Na dann schau ma mal.

Tag 7

Heute war ein sehr guter Tag, denn ich hatte gleich 2 nette Überraschungen. Meine Physiotherapeutin war nach ihrem Urlaub heute wieder im Dienst und zeigte mir neue Übungen für den Oberkörper gegen Mittag. Bei mir hatten am Vormittag schon wieder Kopfschmerzen eingesetzt und es war noch erträglich. Durch die Übungen lösten sich anscheinend ein paar Verspannungen und damit gingen auch die Kopfschmerzen zurück -> kleine Überraschung #1. Natürlich waren Sie nicht komplett weg und wurden gegen Abend wieder stärker aber da half dann ein Schmerzmittel.

Laborwerte soweit OK, nur meine Erythrozyten haben die Mindestmarke unterschritten, somit bekam ich zwei Packungen frische Erythrozyten. Meine Physiotherapeutin hat noch gemeint, vielleicht starten die Zellen Anfang nächster Woche schon, ich lass mich überraschen.

Dann kam am Nachmittag für mich noch die sehr große Überraschung. Ich wurde von meine netten ArbeitskollegInnen mit einem sehr großzügigen Geschenk bedacht, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte -> Überraschung #2. Also ein toller Tag. Vielen Dank an dieser Stelle!

Tag 6

Status unverändert. Laborwerte OK, Kopfschmerzen, Warten auf Zellproduktion.

Zusätzlich habe ich heute noch Details zum Spender erfahren, er kommt aus Cincinatti – Ohio. Anbei auch noch ein Foto meiner neuen Stammzellen bevor sie sich auf den Weg in meinen Körper machten.

Tag 5

Keine Neuigkeiten, laut Arzt vom Tag läuft alles nach Plan und die Laborwerte sind in Ordnung.

Deshalb erzähle ich kurz von meinem Standard-Tagesablauf.

  • Zwischen 05:30-06:00 – erste Messung von Temperatur, Blutdruck, Sättigung und Puls
  • Um ca. 07:30 kommt das Frühstück
  • Kurz nach 8 kommt die Schwester oder der Pfleger vom Tag (um 7 ist immer Dienstwechsel). Es wird Blut abgenommen und ich werde „abgehängt“. D.h. für einen kurzen Zeitraum hänge ich an keiner „Line“ und bin „frei“.
  • Körpergewicht prüfen
  • Tabletten einnehmen
  • Jetzt habe ich Zeit für Duschen und Morgenpflege. Duschen mit freundlicher Hautlotion 3 Waschlappen und 3 Handtücher für unterschiedliche Körperregionen.
  • Eincremen mit Hautbalsam
  • Zähne putzen darf ich nur mit einer eigenen weichen Zahnbürste, welche ich hier bekomme. Die Zahnbürste wird wöchentlich erneuert.
  • Pflege der Schleimhaut in Nase und Mund mit eigenen Mitteln.
  • Zwischen 9  und 10 werde ich wieder „angehängt“. Bekomme dann über den Tag Flüssigkeit, Schmerzmittel, und viele andere nützliche Infusionen.
  • Am Vormittag nochmal Mundspülung
  • Wenn möglich, Ergometer oder Theraband benutzen
  • Gegen Mittag kommt der Arzt vom Tag und fragt mir wie es mir geht und teilt mir meinen aktuellen mediziinischen Status mit
  • Zwischen 12 und 13 Uhr kommt das Mittagessen
  • Tabletten einnehmen
  • Mundspülung zu Mittag durchführen
  • Mundspülung am Nachmittag durchführen
  • Wenn möglich, Ergometer oder Theraband benutzen
  • Gegen 18 Uhr kommt das Abendessen
  • Tabletten einnehmen
  • Zähne putzen
  • Pflege der Schleimhaut in Nase und Mund mit eigenen Mitteln
  • Um 19 Uhr ist wieder Dienstwechsel
  • Gegen 20 Uhr vorletzte Messung
  • Gegen 23 Uhr letzte Messung
  • Generell:
    Messungen finden mehrfach über den Tag verteilt statt
    Toilettengänge unterliegen auch einem strengen Procedere (feuchte Tücher, trockene Tücher + Desinfektionsmittel)
  • Bis auf die 1-2 Stunden am Morgen bin ich immer an zumindest einer „Line“ angeschlossen und muss auch dafür sorgen, dass die Line aus hygienischen Gründen Bodenkontakt vermeidet

Tag 4

Heute ist Ostern und ich bekam zum Frühstück ein Osterei dazu. Von dem Frühstück konnte ich nahezu das ganze Ei und das Innere der Semmel essen. Dazu ein Salbei Tee der meiner angegriffenen Mundschleimhaut gut tut, was will man mehr.

Frohe Ostern!

 

Tag 3

Und wieder ein Tag erledigt. Ostersamstag, schlechtes Wetter, ich geh eh nicht raus.

Es verläuft weiterhin alles nach Plan. Die Thrombozyten vom Tag 2 haben nicht gereicht also bekam ich heute noch eine kleine Draufgabe. In den letzten Tagen bekam ich immer am Nachmittag Kopfschmerzen, könnte an einer speziellen Infusion liegen, werde es weiter beobachten.

Da das Essen nach wie vor zu meinen schwersten Aufgaben zählt, habe ich jetzt Unterstützung von den Schwestern in Form von kalorienreichen Protein-Drinks bekommen.

Tag 2

Der heutige Tag war ein ganz „normaler“ Tag und auch Karfreitag, deswegen habe ich streng gefastet, was mir nicht schwer fiel 🙂

Zusätzlich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass meine Thrombozyten (Blutplättchen) zu niedrig sind, also bekam ich heute einen Beutel frische. Zur Erinnerung, im Groben setzt sich das Blut aus Leukozyten (weiße Blutzellen), Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Die Leukozyten waren ja bei mir die „Bösen“ und wurden eliminiert. Erythrozyten und Thrombozyten habe ich noch aber die sinken, da ja noch kein neues Blut produziert wird. Deswegen bekomme ich bei Bedarf Erythrozyten und Thrombozyten verabreicht.

Ich kann auch nur wieder erwähnen, dass das Personal hier (Ärzte, Krankenschwester/Pfleger, Reinigungskräfte,…) alle sehr sehr nett, kompetent und bemüht sind und man sich dadurch wirklich gut aufgehoben fühlt.

Ansonsten nichts Neues aus dem 21. Stock.