Tag -6

2. Tag der Bestrahlung. Einmal in der Früh und einmal am späten Nachmittag, sonst die üblichen Rituale zwischendurch.

Heute Vormittag beehrte mich auch die junge Physiotherapeutin aus dem Burgenland. D.h. ich durfte schon Übungen mit dem Thera-Band durchführen und heute bekomme ich zusätzlich noch einen Ergometer bzgl. Ausdauertraining. Man soll sich schließlich hier drinnen nicht gehen lassen.

Die 2. Bestrahlung verzögerte sich deutlich, da ein Linearbeschleuniger ausgefallen war und die Personen von diesem Gerät dann auf „meines“ ausweichen mussten. Da ich ein „Sonderfall“ bin, komme ich in der Früh immer als Erster und am Abend als Letzter dran, also warten….

Am späteren Abend stellte sich dann das erste Mal eine gewisse leichte Übelkeit ein, obwohl ich Mittel dagegen bekomme. Anscheinend dürfte die Ganzkörperbestrahlung mit 13,2 Gy funktionieren.

Tag -7

Heute hatte ich meine erste Bestrahlung und machte Bekanntschaft mit „Linac C“ – Linearbeschleuniger C, mein strahlender Freund für die nächsten Tage. Für die Bestrahlung wurde schon vor einer Woche ein Panzer für Brust und Rücken aus Kunststoff für mich angefertigt. Auf den Panzer werden bei der Bestrahlung Gewichte aus Blei in Form meiner Lunge gelegt. Ich bekomme eine Ganzkörperbestrahlung nur die Lunge soll eine reduzierte Strahllast bekommen. Das ganze dauert im Schnitt 6 Minuten pro Seite (Rücken/Bauch). Man wird auf einem Brett automatisch in langsamer Geschwindigkeit unter der Strahlungsquelle vorbeibewegt. Man spürt dabei genau nichts. Die Bestrahlung hat das Ziel das Knochenmark, also die blutbildenden Einheiten im Knochen, zu „löschen“.

Da ja gestern das Setzen des ZVK nicht ganz geklappt hat, hatte ich heute um 13 Uhr noch einen Termin in der Intensivstation im 13. Stock. Dort wurde ich auch schon vom Wiener „McDreamy“ empfangen. Dieser erklärte mir, dass sie den bestehenden Katheter entfernen werden und einen neuen durchfädeln werden. Dazu wird ein dünner Draht über die Öffnung am Hals bis zum Herz eingeführt. Danach wird der Katheter angebracht. Mittels Ultraschall kann man sofort sehen, ob man an der richtigen Stelle beim Herz ist. Zusätzlich findet im Anschluss immer ein Lungenröntgen statt um auf Nummer sicher zu gehen, dass der Katheter richtig sitzt. „McDreamy“ war während der Durchführung der Aktion sehr lustig drauf und somit hatten alle unseren Spass. Witziges Detail am Rande, er hat meine Daten und mein Geburtsdatum gelesen, er dürfte am selben Tag Geburtstag haben.

War dann gegen 14 Uhr wieder am Zimmer und bekam mein Mittagessen. Danach wieder die üblichen Checks wie Blutdruck, Fieber, Puls, … messen. Diese Aktionen werden mehrmals pro Tag zwischendurch durchgeführt.

Um 17 Uhr hatte ich dann meinen 2. Bestrahlungstermin. Verlief genau so wie der 1.

Erster Tag – Tag -8

Ein langer erster Tag geht dem Ende zu. Ich bin heute um 8 in der Abteilung angekommen. Nach anfänglichen EDV-Problemen in der Administration mit meiner Heimatadresse und Rücksprache mit dem IT-Support hat es dann doch mit meiner Aufnahme geklappt.

Ich habe ein großes Zimmer im roten Bettenturm im 21. Stock bekommen. Das Beste an dem Zimmer ist der Ausblick über Wien.

Nach einigen Untersuchungen bekam ich nach dem Mittagessen den ZVK (zentralen Venenkatheter). Die Stelle am Hals wurde örtlich betäubt, trotzdem war es nicht so angenehm. Danach wurde ich noch geröntgt um zu überprüfen, ob der Katheter auch richtig sitzt. Nach einigen Stunden hat sich leider herausgestellt, dass der Katheter am Ende einen „Bogen“ macht, was nicht gut ist. Es passiert nicht oft, aber heute ist anscheinend einer dieser Tage. Es wird morgen versucht, den Katheter so zu richten, dass er passt. Sollte das nicht funktionieren, muss ein neuer Katheter gesetzt werden.

Ansonsten werde ich sehr gut und sehr nett behandelt. Alle Personen auf der Station sind sehr bemüht und zuvorkommend. Das Personal der Station wirkt wie eine Einheit.

Fotos gibt es dann morgen.